hachen darkpact
Der Grabbeltisch des Anspruchs

Was mich immer wieder wundert ist die Tatsache, dass einige der Zeit hinterher trauern, wo die Spiele nicht schon nach einem Jahr verramscht wurden. Es würde sich halt nicht lohnen ein Spiel jetzt zu kaufen, wenn man es doch im nächsten Jahr für den halben Preis bekommt.

Es gibt einen Fakt der damit zusammenhängt, den viele auch betrauern. Spiele werden nicht als Kulturgut anerkannt. So wie Filme, Bücher und Theater das Feuilleton der Zeitungen füllen so sind die Spiele meist abwesend. Sind sie doch eigentlich berechtigt dort auch aufzutauchen. Die Jury hat viel erreicht in den letzten 30 Jahren. Das hat sie allerdings noch nicht geschafft. Aber was sie dazu beigetragen hat ist das Verramschen.

Wo ist der Zusammenhang?

Betrachten wir mal die Filmbranche. Jede Woche kommen mehrere Filme in die Kinos, und ein weit größerer Teil schafft noch nicht mal den Sprung. Filme aus Ländern wie Indien, werden hier nicht mal angedacht zu zeigen. Etwa 6 Monate nachdem der Film im Kino angelaufen ist kommt er dann auf DVD/Blu-ray und schon ein weiteres halbes Jahr wird das dann bei einem Elektronik-Fachmarkt dann verschleudert. Alter des Films: 12 Monate.

Wie sieht es bei Büchern aus? Die schiere Masse an Büchern kann ich nicht mehr überblicken. Jeder Verlag bringt mehr als ein Duzend Bücher jeden Monat raus und verteilt über das Jahr sind das in die Tausende. Trennen wir mal die Hardcover von den Taschenbüchern sieht man, dass die Taschenbücher etwa sechs bis 12 Monate nach ihrer Gebundenen Ausgabe rauskommen und so den Inhalt verramschen. Kostet er doch nur noch ein Drittel oder weniger als vorher.

Wenn dies für andere Kulturgüter gilt, wieso dann nicht für Spiele? Nur weil es früher nicht so war?

Die Jury hat einen Kampf erzeugt. Die Verlage brauchen neues Futter jedes Jahr, weil sie jedes Jahr aufs Neue ins Rennen um den Pöppel gehen und jedes Jahr aufs Neue mit mehr als nur einem Kandidaten die Chance haben wollen. Der alte Ballast muss dabei dann raus um Platz für das Neue zu schaffen. Es wird verramscht.

Ist das Schlecht? Vermutlich nicht. Den Verlagen geht es anscheinend gut genug, dass sie nicht draufzahlen und die Spieler freut es, dass sie mehr zur Auswahl haben. Ich muss nicht jedes mittelmäßige Spiel mehr spielen, nur weil ich keine Alternative im aktuellen Jahrgang habe.

Auch hat die schnelle Erneuerung dafür gesorgt, dass die Spiele sich schneller entwickeln. Ein Blick auf Spiele vor 20 Jahren lässt einen Heutzutage oft die Fußnägel kräuseln. Wie bei Computern, welche sich nur verbessern können, weil inzwischen etwa alle zwölf Monate eine neue Generation rauskommt, werden auch die Gesellschaftsspiele immer besser durch das Lernvolumen der Autoren und Verlage

Und unterm Strich kauft man sich ja doch viele Neuheiten, weil man sie auch jetzt spielen will und nicht in einem Jahr, wo die Spieler vom nächsten Highlight erzählen. Der Film der vor einem Jahr im Kino lief wird auch nicht mehr besprochen, weil inzwischen das nächste Highlight im Kino läuft.

Wenn wir jetzt noch hinbekommen, dass nicht nur ein Spiel jeden Monat oder jede Woche besprochen wird, sondern eine ganze Seite mit mehreren Spielen die Tageszeitungen füllt, dann sind wir im Kulturgut angekommen.

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