hachen darkpact
Luna

Hall Games, 2010
Stefan Feld
Klemens Franz
1-4 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/23799

Stefan Feld hat wieder zugeschlagen. Ich mag gerade mal zwei Spiele von ihm nicht, was angesichts der überragenden Qualität seiner anderen Spiele komplett egal ist. Luna gehört definitiv zu seiner besseren Hälfte.

Der Einstieg in das Spiel ist dabei denkbar einfach. Es gibt extra eine vorgegebene Startaufstellung, die den Einstieg so einfach macht, das schon während des ersten Spielens nicht mehr die Überlegung aufkommt: “Was ist möglich?”, sondern: “Was ist optimal?” Und das Spiel hat einen eingefangen.

Das Spiel strotzt geradezu vor schönen Mechanismen. Der eindeutig Beste ist die Kerze. Jeder Spieler hat ein große Vielzahl an Möglichkeiten in jedem Zug, doch trotz der wahren Fülle gut übersehen kann. Das Spiel ist ausreichend übersichtlich. Jeder plant also für alle seine Figuren, welche Aktion gemacht werden soll, und wer nichts mehr machen möchte, bläst die erste von vier Kerzen aus.

Alle Spieler können nun noch weiter Aktionen machen, haben aber keine Garantie mehr nochmal ranzukommen, was sie bei vier brennenden Kerzen noch haben. Dies erzeugt einen gewissen Druck und kann manche Planung durcheinander würfeln.

Abgesehen von den Mitspielern kommt das Spiel sehr gut ohne Glück aus. In der Theorie kann man die Ganzen Züge für die Mitspieler mit berechnen, also am besten die Grübler raus lassen, aber selbst das sind zum Teil einfach zu viele Möglichkeiten für alle.

Schön ist auch, dass überall Punkte zu holen sind, also nicht jeder Spieler dasselbe machen muss. Ja Aufgrund des Aufbaus auch gar nicht machen kann. Auch dies ist ein schönes Element, das die Spieler nicht von Anfang an einfach dasselbe machen und dadurch nur ein Nachlaufen stattfinden würde.

Überraschungen kommen immer wieder dazu, wenn ein Spieler dann eine der selten genutzten Aktionen wählt und damit die Gedankengänge der anderen Spieler komplett auseinander wirft. So wird auf einmal der Abtrünnige bewegt, obwohl keiner mehr diese Möglichkeit auf dem Schirm hatte und so kassieren mal kurz einige Spieler ein paar Minuspunkte extra.

Die Plättchen im Tempel wirken auch sehr ausgeglichen. Wer früh reingeht, kann viele Punkte durch einsetzen holen, wer spät geht bekommt seine Punkte durch verdrängen. Aber auch hier gibt es Schutzmechanismen, welche andere überraschen, wenn sie dann mal genutzt werden.

Eine weitere Kleinigkeit die mir sehr gefällt ist die Tatsache, dass das Spiel auch alleine gespielt werden kann. Eine Tatsache die seit Agricola in Mode zu kommen scheint, und sehr angenehm funktioniert.

Einzig eine Sache ist nicht so gut. Die Anleitung erschließt sich beim ersten Lesen nicht sehr flüssig. Sie ist ein wunderbares Nachschlagewerk, wenn man die Regeln kennt und sicher gehen will wie es funktioniert, aber das trifft nicht auf den Einstieg zu.
In der Summe ist das Spiel aber klasse und gehört zum oberen Ende der Neuheiten von Essen. Meine Dicke Empfehlung, wer auch die anderen Spiele von Stefan Feld, wie Macao, Im Jahr des Drachen oder Notre Dame mag.

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