hachen darkpact
Der willkommene Einheitsbrei

Beim Einsortieren ist es bestimmt jedem aufgefallen und sicher kann sich jeder darüber Ärgern. Die Spieleschachteln sind nicht alle gleich groß. Ravensburger hatte eine Weile eine Schachtelgröße produziert und dies galt als der Klassiker, viele Verlage haben diese kopiert.

Falls der Platz darin nicht reicht gab es noch eine größere, aber die war eigentlich schon zu groß um sie zu mögen. Jumbo hingegen pflegte lange die große breite Schachtel Mir ist unklar wie man diese zuhause sinnvoll aufbewahren soll, aber zum Glück sind die Zeiten dieser Schachteln mehr oder weniger vorbei.

Warum ist dies so? Früher gab es einen Spruch: “Viel hilft viel”. Das galt in erster Linie fürs Waschen und die Packung Waschmittel für 10 Wäschen war fast so schwer und groß wie ein Kleinwagen. Dann wurde Umweltbewusstsein groß und in der Industrie änderte sich was.

In den 90er kam unser damaliger Gesundheitsminister Horst Seehofer auf die Idee der Zuzahlung zu Medikamenten. Das Interessante dabei war, dass dies nicht auf Basis des Preises oder der Menge geschehe sollte, sondern einzig basierend auf der Packungsgröße. Die Medikamente sollte es in den Größen N1, N2 und N3 geben und die Zuzahlung bemaß sich dann an diesen Zahlen. Fortan hieß es das Seehofer-Prinzip

Die Spieleverlage versuchten da natürlich auch einen Verdrängungswettbewerb durchzuführen. Große Schachteln führten zu mehr sichtbarer Fläche im Regal. Da die Fläche im Handel beschränkt ist, kann mehr Fläche auch zu weniger Konkurrenz im Regal führen, da für die Spiele der Wettbewerber kein Platz mehr war.

Ich kann nur vermuten, wieso sich dies geändert hat, vieleicht weil der Handel irgendwann keine Lust mehr auf große Schachteln hatte und lieber mehr kleiner Schachteln verkaufte, als ein paar wenige Große, vieleicht fand dies auch in den Verlagen statt, weil kleinere Schachteln günstiger zu produzieren sind und auch weniger Lagerfläche benötigen.

Kosmos hat durch den Erfolg von Siedler eine neue Schachtelgröße etabliert. Das Quadrat. Anfangs fand ich dies voll hässlich, inzwischen aber nicht mehr. Es hat zwei Vorteile die unbestechlich sind und daher als Grund dienen sollten das alle Verlage auf ein einheitliches Format umschwenken. Die Spieler werden es danken.

Erstens ist die Größe perfekt für das Billy-Regal von Ikea. Wir lagern unsere Spiele aufrecht und die Schachteln passen wunderbar in genau der Höhe und Breite in das Regal ohne das Platz verloren geht, oder die Schachteln zu weit raus hängen.

Das zweite ist der viel wichtiger Punkt für die Verlage. Die Schachtel lässt sich wunderbar perfekt auf die Euro-Paletten Stapel, ohne dass Platz verloren geht oder die Schachteln überstehen. Das wird vermutlich auch der wichtige Grund sein, warum Ravensburger langsam mit immer mehr Spielen auf dieses neue Format umschwenkt.

Natürlich ist es noch eine Frage der Zeit bis wir noch mehr Einheit erwarten dürfen, in der Zwischenzeit sind die Karten das nächste Problem. An sich egal, fangen immer mehr Spieler ihre Karte an in Hüllen zu stecken, damit sich diese nicht so abnutzen. Und zu sehen, dass auch hier viele Spiele andere Kartengrößen haben ist erschreckend. Aber das ist vermutlich tatsächlich Geschmackssache.

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