Steve Jackson
???
Citadel, 1998
3-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/382
Meine erste Berührung mit diesem Spiel war wie eine andere Welt. Ist das ein Brettspiel? Es gab doch gar kein Brett. Das war für mich in den 80ern echt unvorstellbar. Aber wir spielten es oft. Ideen, wie Schummelregeln und wer vom Tisch aufsteht hat Pech gehabt, waren reizvoll und etwas was jeder am Anfang seines Spielerlebens ausprobieren muss und sich später mit MogelMotte wieder gerne zurückerinnert. Aber auch die Karten waren witzig und es versprühte soviel Charme.
Dabei war das Prinzip sehr einfach. Karten aus der Mitte oder von den Mitspielern angreifen um sie unter die eigene Kontrolle zu bekommen. Dabei hatte die Karten manchmal zusätzliche Effekte und sorgten für weiteren Spielspaß. Die Spieler kontrollierten die Ananaszüchter von Alaska oder auch die Schrebergärten.
Dabei ist das Geflecht das entsteht, aufgezeigt durch die Marionette, welche auf dem Titelbild prangerte sehr einprägsam. Es geht um Macht und Kontrolle. Und wer Kontrolliert hat Macht und wer mehr Kontrolliert hat mehr macht und mehr Schutz und all diese Elemente, die dieses Spiel ausmachten und die Regeln einfach machten.
Ich glaube nicht, dass irgendeiner aus meiner Spielegruppe das Spiel heute noch genauso witzig finden würde, vor allem weil die meisten mit der Nostalgie die ich mit diesem Spiel verbinde nichts anfangen können. Echtes Schwarzgeld, wo die Zahlen nur gegens Licht erkennbar waren und Würfelaktionen um die letzte fehlende Gruppe noch anlegen zu können waren einfach göttlich. Und das Spiel war schon damals anders.
Witziger weise habe ich das Spiel damals im Buchhandel gekauft. Montanus (lange bevor es von Thalia geschluckt wurde hatte es zwischen lauter Büchern bei sich im Laden stehen, im Spielehandel hätte ich es nie bekommen. Schon vor 25 Jahren waren Spiele eigentlich im Buchhandel vertreten, auch wenn es alle drei Jahre als Revolution von den Zeitungen aufgemacht wird.

|
Dir ist der Artikel was wert?
|