hachen darkpact
Ruhm für Rom

Lookout Games, 2011
Carl Chudyk
Klemens Franz
2-5 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/24448

Es ist nur ein kleines Kartenspiel. Aber es ist ein Kartenspiel, welches mal wieder so viele Möglichkeiten bietet wie ich es seit Verräter nicht mehr gesehen habe. Ein Kartenspiel wie Dominion nur mit einer kleineren Schachtel. Ein Spiel welches eigentlich nur die Karten braucht und die beiliegenden Holzsteine auch weglassen könnte.

Ich hatte viel über dieses Spiel gehört, vor allem weil es ja “nur” eine Neuauflage eines Spiels ist, welches schon vor einer Weile auf den Markt kam, aber wohl potthässlich war. Also kannte es schon viele und es war ein Tipp für viele, welche froh waren, dass es nun für andere zur Verfügung stand. Ich kannte es nicht, so wie ich viele Spiele leider nicht kenne. Zu viele. Aber jetzt wo ich es kenne, kann ich sagen: das Spiel macht mich an und den Rest meiner Gruppe auch. Vor allem wegen zwei Faktoren kommt es bei uns doppelt gut an. Da wäre die kurze Spieldauer, welche eine Partie von 30 Minuten ermöglicht. Auf diese Weise kann das Spiel als Absacker mithalten. Und natürlich ist der Fakt, dass es auch zu fünft gespielt werden kann unschätzbar klasse. Es gibt immer noch zu wenig Spiele für die größeren Spielerzahlen.

Im Spiel selber agieren wir in Rom und heuern dafür Leute an oder arbeiten mit festen Klienten. Diese geben uns die Möglichkeit zu bauen, oder Einfluss auszubauen oder einfach nur Waren zu bunkern. Die Geschichte könnte mir wieder nicht egaler sein. Auch Dinosaurier würden mir gefallen.

Die positiven Aspekte sind dabei vielseitig. Die mehrfachen Elemente einer Karte sind nicht neu aber so geschickt zusammengesetzt, dass die einzelnen Teile schnell ins Blut übergehen. Die Tatsache, dass wenn einer agiert die anderen mitagieren können, ist sehr hilfreich und gibt einem das Gefühl von Puerto Rico. Alle Spieler sind so immer im Spiel mit einbezogen und es gibt für niemanden Leerlauf. Die große Zahl an Karten sorgt für Abwechslung, denn es werden immer nur ein paar Gebäude pro Spiel gespielt und nicht immer ist jedes Gebäude gleich gut. So muss in jedem Spiel auch andere Schwerpunkte gesetzt werden und die Strategie während des Spiels gefunden werden.

Und ein besonders schöner Mechanismus, welcher mir besonders gefällt ist der Umschlagplatz. Alle gespielten Karten gehen am Ende der Runde genau hierhin. Will ich Karten von dort haben, muss ich um sicherzugehen dass ich sei dort habe selber dorthin bringen. Bringt sie ein anderer hin, muss ich sicherstellen, sie selber abzubekommen, was nicht immer leicht ist. Und alle Karten die einmal die Hand verlassen haben sind um einen Aspekt beraubt. Sie können nicht mehr als Gebäude gebaut werden. Im Umschlagplatz sind es nur noch Baumaterialien oder Klienten. Dieser kleine Kniff bewahrt das Spiel so unübersichtlich zu werden, dass es nicht mehr gespielt werden kann.

Auch ist die Zahl der Strategien ausreichend unterschiedlich. Anhand der Startkarte wird eine erste Idee gesetzt, aber schon nach zwei Runden kann angepasst werden, wenn die Spieler das nicht übersehen. So kann mit einer großen Zahl an Handwerkern als Klienten alleine jedes Mal ein Gebäude gebaut werden, sofern nur genug Karten auf der Hand sind. Oder durch eine hohe Zahl von Arbeitern werden die anderen Spieler klein an Baumaterialien gehalten. Selber kann man dann über den Baumeister oder Kaufmann diese Karten sinnvoll einsetzen. Auch die Möglichkeit mit vielen günstigen Gebäuden die wenigen großen zu ersetzen ist möglich. Und schließlich kann auch eine der Karten mit einem alternativen Ende gebaut werden, welche oft das Spiel so schnell beendet, dass die Spieler überrascht werden. Jedes Spiel verläuft anders. Eine willkommen Abwechslung.

Bei all diesen Elementen gibt es aber eine Hürde, welche erst mal genommen werden will: Die Anleitung. Sie ist klein und wirkt unübersichtlich und beim ersten Lesen ergibt sich nicht das volle Potential. Dabei sind die Regeln selber eigentlich sehr einfach. Karte spielen und der Rest geht mit oder zieht nach. Und da die Karte nur eine von sechs verschiedenen Aktionen auslösen kann, sind diese auch schnell gelernt.

Das schlimmste an diesem Spiel ist also die Einstiegshürde. Ist diese genommen eröffnet sich ein reichhaltiges Spiel, das gerade an dem Punkt Preis/Leistungs-Verhältnis echt gut ist. Und an Wiederspielreiz fehlt es dem Spiel auch nichts.

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