hachen darkpact
Von Nagas und Dämonen und wie man ihnen vielleicht einen Kick verpasst

Ein Thema das momentan immer noch aktuell ist, ist Kickstarter. Ich habe schon vor drei Monaten Anfang September darüber was geschrieben und schon da war ich nicht der erste (Get the Party Kickstarted - http://darkpact.tumblr.com/post/9751936012/get-the-party-kickstarted). Nun hatte sich Guido vor kurzem dem Thema nochmal angenommen und durch das Reden mit Autoren und Vertretern von Verlagen einen anderen Blick auf das ganze Projekt geworfen (http://de.trictrac.net/news-zukunft-fur-kleinstverleger-update-2.php), was die Sache nochmal neu beleuchtet. Alles spannend und eine Leseempfehlung.

Der spannendste Teil ist beim 2. Update ganz am Ende. Die Jungs von forHeads-network, welche unter anderem die Seite Spiele-Offensive.de betreiben und so dem Einkaufserlebnis von Spielen und der Spieler-Community eine Menge geben, was deutlich über das hinausgeht was eine einfacher Laden zu bieten hat, sind anscheinend so von der Idee angetan, dass sie mit dem Gedanken spielen, dass auch für Deutschland anzubieten. Wobei sie ja so aufgestellt sind, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis dies dann gleich für ganz Europa gilt. Ich finde das ist ein wahnsinnig guter Vorstoß und gehört gelobt. Sie müssen das einfach machen.

Aber das wäre jetzt ein sehr kurzer und einfacher Artikel, wenn ich nicht noch den Bogen zu einem zweiten Thema machen würde.

Besieg denen Dämonen in dir

Ein Freund aus Berlin, welcher in einem lokalen Hobbyladen gearbeitet hatte  (Serious Games, in welchem ich vor 13 Jahren den Brettspielabend geleitet und in welchem ich auch meine heutige Frau kennengelernt hatte) hat den ganzen November lang über seine Erfolge und Widrigkeiten bei seiner Teilnahme am NaNoWriMo getwittert. Hinter diesem Akronym verbirgt sich der NAtional NOvel WRIting MOnth (http://www.nanowrimo.org/), ein Projekt  wo jeder einfach so teilnehmen kann und in einem Monat einen Roman mit mindestens 50.000 Wörtern schreiben soll.

Das ganze ist eine auf Amateurebene gedachte Sache, wo die Leute ihren Schweinehund mal überwinden sollen und einfach schreiben sollen. Es gibt so viele, welche über den Gedanken mal was schreiben zu wollen nicht hinauskommen. Durch diese Initiative finden diese Leute Gleichgesinnte und können sich gegenseitig motivieren weiterzumachen und nicht aufzugeben. Und wie jeder weiß, besonders die Eltern unter meinen Lesern, welche dass ihren Kindern einbläuen müssen, welche Angst vor dem Versagen haben, wer mal anfängt und merkt das es gar nicht so schwer ist, bleibt vielleicht dabei und wird nur besser. Ich habe diesen Block auch angefangen, weil ich schauen wollte wie lange ich das kann, und nach 23 Monaten halte ich immer noch durch dank der motivierenden Worte von vielen und der Tatsache, dass ich auch tatsächlich gelesen werde. Die kleinen 2,60 die ich über Flattr verdient habe oder die bisher Null Rezensionsexemplare konnten meine Motivation jedenfalls nicht trüben.

Die kreative Rundum-Person Nathan Russell hat sich gedacht, da geht noch mehr. Er hat den NAtional GAme DEsign MONth, kurz NaGa DeMon (http://nathanrussell.net/naga-demon/) ins Leben gerufen und versucht die Aspekte des Schreibens auf das Entwickeln von Spielen zu übertragen. Jeder der teilnehmen wollte, sollte im November auch ein Spiel entwickeln. Von der ersten Idee bis zur ersten fertigen Version über mindestens ein Testspiel und inklusive dem Berichten über die Erfahrung.

Nun werden mir und vielleicht auch ihm bestimmt gleich zwei Sachen an den Kopf geworfen.

  • Vorwurf 1: Aber Matthias, heute ist der 1. Dezember Das Ding ist gestern abgelaufen. Stimmt. Und ich berichte trotzdem noch davon. Weil auch nächstes Jahr gibt es wieder einen November. Und dann will ich auch alle hier in Deutschland dazu aufrufen.
  • Vorwurf 2: Die meisten Spiele brauchen eher mehrere Monate manche sogar Jahre bis sie reif genug sind um auch veröffentlicht werden zu können. Auch das stimmt, aber niemand redet davon ein neues Twilight Struggle oder Advanced Civilisation Brettspiel in einem Monat zu entwickeln. Auch kleine Spiele tun es, wie zum Beispiel Pico (http://darkpact.tumblr.com/post/4450140348/pico). Auch geht es im ersten Schritt nicht das Spiel zu entwickeln, welches den Pöppel abgreifen kann, sondern die ersten Schritte zu tun.

Mir fällt sogar jemand ein, der so etwas in der Art schon seit über drei Jahren betreibt. Friedemann Friese geht einen ähnlichen Weg mit seinem Freitagsprojekt (http://87.230.7.215/freitag/), welches inzwischen schon zwei Veröffentlichungen rausgebracht hat und damit noch nicht am Ende ist. Würde er sich für einen Monat einsperren käme bestimmt was raus. Nun hat er auch schon die Erfahrung von mehreren Jahren und etlichen Veröffentlichungen inklusive in seinem eigenen Verlag, aber auch er hat irgendwann einmal angefangen.

Der Zusammenhang

Um nun zurück auf die Crowdfunding-initative zu kommen, welche die Spiele-Offensive da für interessant genug hält um sie zu verfolgen. Der nächste logische Schritt wäre, dass sie im nächsten Jahr auch zu einem NaGa DeMon aufrufen und so den Leuten auch den Anreiz schaffen sich weiter in der Community zu entwickeln. Jeder hat schon mal die Idee gehabt und mit der Unterstützung der Community ist da bestimmt so manch einer noch motivierter.

Aber warum da aufhören. Sie könnten aus dem bisherigen Konzept der Spieler ausbrechen und mit der Einbeziehung von Autorenseiten aufbauen. Die Autoren hätten Nutzerkonten mit speziellen Möglichkeiten. Auch könnten Autoren, welche vielleicht nach einem guten Abschneiden auf dem Hippodice Wettbewerb (http://www.hippodice.de/) keinen Verlag finden, hier die Möglichkeit für ihr sogar schon ausgezeichnetes Spiel werben und es finanziert selber rauszubringen. Andere könnten spezielle Goodies oder Erweiterungen für günstig Geld anbieten, welche eine Herstellung sonst nicht lohnen würde, so wie es 12spiel, welches ja von der Spiele-Offensive übernommen wurde, die Jambo-Erweiterungen im Angebot hatte.

Als nächstes könnten sich Verlage hier genauso präsentieren wie sie es vielleicht auf Facebook könnten nur mit anderen Schwerpunkten, schließlich sind hier schon Spieler, und so vielleicht besonders lohnenswerte Projekte gleich in ihren Verlag, bzw in ihre Distribution übernehmen. Projekte wie das D-Day Dice Game, welches nun schon über 1000 Bäcker hat und eine Woche vor dem Ende gerade die 100.000 Dollar-Marke geknackt hat, was in etwa fast das Achtfache der angestrebten Summe ist (http://www.kickstarter.com/projects/1325766284/d-day-dice-board-game).

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