Ich versuche nicht ins Politische abzurutschen, aber was in Deutschland deutlich fehlt sind mehr Aktivitäten für all die Kinder und Jugendlichen. Ich meine Orte wie Jugendclubs und Freizeitheime. Orte wo die Kinder sich frei von Schule und anderen Sachen treffen können und eine weitere Umgebung für sozialen Umgang haben. Es gibt Ecken und ich meine damit nicht Berlin, sondern so beschauliche Städte wie Fulda und Erlangen, wo man nur noch auf der Straßenbank sitzen kann und vor langer Weile anfängt Bier zu trinken. Ich sage nicht, dass es die Clubs nicht gibt, aber ihre Zahl ist in inzwischen so zusammengespart worden, dass es schon beängstigend sein kann.
In den Vereinigten Staaten gehören zu diesen Einrichtungen auch die Büchereien. Hier kann man nicht nur lesen und sich Bücher anschauen, hier finden auch viele andere Freizeitaktivitäten statt. Sei es das treffen mit Freunden mit denen gemeinsam etwas gespielt wird, oder gemeinsam Comics gelesen werden oder wo manch andere Sache stattfindet. Diese Büchereien sind sozialer Anlaufpunkt. Es ist positiv zu sehen, dass auch viele Büchereien in Deutschland inzwischen ein umfangreiches Angebot haben, was über einfache Bücher hinausgeht, und neben Kassetten, CDs und Spielen wirklich auch manch andere tolle Sachen beinhaltet. Es ist wirklich Umfangreich, aber man geht hin, und holt sich was und geht wieder. Man bleibt nicht da. Es ist kein Treffpunkt.
Jedenfalls ist heute National Gaming Day (http://ngd.ala.org/ und http://ilovelibraries.org/gaming) in den US-Büchereien. Dazu gehört sowohl das gemeinsame Spielen an Videokonsolen als auch das Spielen von Brettspielen, was natürlich in erster Linie Familien und Partyspiele sind. Es fehlen keine Klassiker wie Scrabble, Uno, Monopoly und viele andere, nein, auch Standards wie Schach, Mühle, Dame, Bridge oder so modernes wie Magic The Gathering ist dabei. Natürlich gibt es auch einen dicken Sponsor der vor allem seine Spiele promotet, aber da kann man ja drüber hinwegsehen. Sinn ist es Anlaufpunkt zu sein und für alle was anbieten zu können.
Nun leben wir in Deutschland natürlich in einem Traumland für Spieler. Die Zahl der Spielemessen gerade im November ist höher als die Zahl der Wochenenden es einem erlauben selbst wenn man sich vorher zwei oder dreifach geklont hat. Aber das ist nichts Nachhaltigeres für das ganze Jahr. Ich würde mir auch wieder mehr Clubs wünschen, welche die auch im März und April Anlaufpunkt sind und auch dort für die Kinder und Jugendlichen den Treffpunkt bilden sind zum Lesen, sich Bewegen und natürlich Spielen. Uns fehlt kein National Gaming Day und fehlt die Infrastruktur darunter.
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