hachen darkpact
Die Siedler von Catan – Aufbruch der Händler

Kosmos, 2011
Klaus Teuber
Michael Menzel
2-4 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/24540

Ach wie hatte ich mich gefreut, endlich wieder eine neue Siedler-Erweiterung. Groß angekündigt und sehnlichst erwartet. Doch dann die große Enttäuschung. Es war wieder nur eine Variante. Eine mit eigenen Regeln und eigenem Brett und nur dem Grundgerüst des Ur-Siedlers. Schlimmer noch: Es ist nur die Europäische Version des Amerikanischen Siedlers, welches schon ein Jahr vorher erschienen ist.

Thematisch war dabei das Original cooler. Die Spieler bauen Schienenstränge nach Westen und erschließen hierdurch das Spielbrett. Bei der Deutschen Version ist man im Zentrum Europas und muss sich in alle Winkel des Kontinents erweitern. Das Spielgefühl ist aber doch dasselbe. Zumindest von einem Teil der Mechanismen.

Es ist aber auf der anderen Seite schon anders als beim Original-Siedler. Es gibt keine Städte, was keinen Spieler zu sehr bevorzugt. Die Spieler müssen auch nicht mit ihren Straßen ihre Orte verbinden oder andere abschneiden, sie laufen einfach mit ihren Händlern los und wenn sie auf einer Stadt enden, wird dort ein neues Kontor eröffnet. Schließlich ist das Verbinden von Kontoren mit Handelswegen angedacht. Das ist auch sehr lukrativ, aber dass müssen nicht die eigenen sein, auf denen nachher gereist wird. Auch mag ich noch, das Felder austrocknen und keine Rohstoffe mehr abwerfen, weil die Zahlenchips stattdessen, auf neu errungenen Feldern landen. Es ist also zusätzlich attraktiv zu reisen, weil die andere Behindert werden können.

Des Weiteren kann nicht wirklich einer davon rennen. Um die Handelschips loszuwerden muss man selber erst mal Kontore eröffnen, welche die anderen auch wieder nutzen können. Schließlich gefällt mir das System sich mit Goldstücken neue Karten kaufen zu können, weil jeder im Laufe des Spiels jede Menge davon erhält und es das Spiel vorantreibt. Es dauert auch so schon über 2 Stunden. Eine Zeit die echte Catan-Fanatiker nicht stört, spielen sie doch eh meist mit allen Boxen und Zusatzregeln ohne Ende, weil sie nichts auslassen wollen. Aber der Catan-Spieler der nur die Grundbox bevorzugt könnte durch die Länge abgeschreckt werden.

Insgesamt gibt es zwei dicke Vorteile für mich in diesem Spiel. Es fühlt sich an wie Catan, was toll ist und Spaß macht. Und es ist kein Catan, weil es andere Schwerpunkte setzt und anderes vorgehen verlangt. Das in einem ausgewogenen Verhältnis zu bringen ist schwer, aber in meinen Augen ist es echt gelungen.

Daumen Hoch

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