hachen darkpact
Freitag

2F-Spiele, 2011
Friedemann Friese
Marcel-André Casasola Merkle & Harald Lieske
1 Vielspieler
— noch kein Luding-Link —

Es gibt immer mehr Spiele die auch alleine gespielt werden können, warum dann nicht mal auch eins machen, dass nur alleine gespielt werden kann. Eine etwas befremdliche Idee bei unserem Hobby, bei dem das gemeinsame Spielen im Vordergrund steht und die Geselligkeit mit Anderen Menschen den Namen Gesellschaftsspiel prägt.

Auf der anderen Seite ist das Genre der Deckbauspiele etwas was in einigen Partien wie Solospiel anmutet, weil die Interaktion zwischen den Spielern in vielen Fällen sehr gering ist. Es gibt Ausnahmen und einige versuchen dies als Highlight auszubauen, aber ehrlich gesagt, gelingt das nur milde, falls überhaupt. Dem Spielspaß hat es aber noch keinen Abbruch getan.

Warum also gegen den Strom schwimmen und nicht gleich das, was manche als Problem begreifen, zum eigentlichen Feature machen? Friedemann Friese hat sich nicht lumpen lassen und gleich auch ein passendes Thema gefunden. Man ist der Helfer von Robinson und muss ihm helfen wieder von der Insel zu verschwinden, um seine wohlverdiente Ruhe zu haben. Super Idee und schönes Konzept.

Und es spielt sich auch definitiv anders als andere Deckbauspiele. Während Bei den meisten immer nur Karten dazu genommen werden und das aussortieren selbiger eher nur von den besseren Spielern vorangetrieben wird, ist hier ohne Optimierung der Karten keine Sonne zu sehen. In Dominion kann ich nie eine Karte entsorgen und nur schauen sinnvolle zu nehmen. In Ascension kann ich zwar ein paar entfernen aber dass ist auch nur begrenzt nötig und funktioniert auch ohne dieses Element wundervoll. Bei Freitag kommen auch automatisch Karten dazu die so schlecht sind, dass ohne deren Zerstörung die Rettung unseres Robinsons hoffnungslos ist.

Aber hier muss als Spieler ordentlich abgewogen werden. Zerstöre ich zu früh zu viele Karten, kommen zu schnell zu viele Tollpatschkarten nach. Brauche ich zu lange, muss ich zu viele Lebenspunkte zum nachziehen verwenden. Und sollte ich zu oft immer nur wenige Karten entfernen sind zu viele Gefahrenkarten nach drei Durchgängen noch da. Also alles schlecht. Die Balance zu finden ist echt schwer und stellt genau die Herausforderung dar die benötigt wird um einem das Spiel nicht zu einfach aber auch nicht zu schwer erscheinen zu lassen.

Es gibt hier auch im Gegensatz zu vielen anderen Spielen keine perfekte Strategie, jede kann mal ausprobiert werden und nur ein Bruchteil der Spiele klappen trotzdem, die Karten zu lesen und sich anzupassen ist unerlässlich. Es muss komplett Taktisch abgewogen werden. Freitag wird mich wohl noch auf ein paar Reisen begleiten um Abends im Hotel nicht nur auf dem iPad zu spielen sondern auch mal wieder echte Karten in der Hand zu haben. Die kleine Schachtel unterstützt das voll. Das Spiel ist ein Volltreffer.

Daumen Hoch Daumen Hoch

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