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Turniere und mehr (3): Die Hobbypyramide

Nicht jeder spielt aus denselben Gründen und Motivationen. So gibt es die Spieler, die gerne die Geselligkeit mögen, die Spieler, die gerne neues kennenlernen, die Spieler, die den Wettkampf suchen, die Spieler, die einmal im Jahr mal wieder spielen wollen und danach keine Lust für 12 Monate haben, und natürlich die Spieler, die einfach gerne spielen.

Nun ist es das eine festzustellen welche Typen es gibt, aber in welchem Verhältnis stehen diese eigentlich. Es ist wohl keine Sensation, das die laute Gruppe der Spieler, also die, die im Internet auf allen Seiten unterwegs sind und aktiv in Foren posten, nicht unbedingt die größte Menge sind. Auch sind die Spieler die das neue Macao gut finden, nicht unbedingt die, die zu einem ausreichenden Absatz führen.

Bei Teilnehmern an entsprechenden Spiele-Veranstaltungen verhält es sich ähnlich. Die Leute die versuchen sich für die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft im Brettspiel zu qualifizieren sind deutlich weniger, als die, die dieselben Spiele gerne spielen, aber halt zu Hause.

Es gibt die so genannte Spielerpyramide. Die Pyramide ist so aufgebaut, das deutlich ist wie viele Spieler auf den einzelnen Ebenen gebraucht werden. Ich vereinfache sie mal in drei Bereiche.

Die Basis

Das untere Drittel bildet der Gelegenheitsspieler. Er kommt mit Spielen ab und zu in Berührung, oder er spielt nur eine Weile lang. Dann ändert sich wieder was und Spiele rücken an den Rand. Jeder kennt bestimmt solche Leute. Sie kommen zu den Spieleabend und verschwinden dann wieder aus der Gruppe. Im Schnitt ist diese Gruppe ein Jahr lang dabei bevor sie weiterzieht.

Die Erfahrung sagt, dass etwa ein Drittel der Spieler sich nach einem Jahr von dem Hobby wieder abwendet. Das bedeutet, dass etwa alle drei Jahre alle Werberelevanten Botschaften wiederholt werden müssen. Wer war’s 2 kommt drei Jahre nach Teil 1? Welch Zufall.

Wichtig zu verstehen ist. Das untere Drittel der Pyramide stellt mehr als ein Drittel der Spieler dar. Es stellt sogar mehr als 50% dar.

Das Mittelfeld

Ein ordentlicher Teil der Spieler aber entdeckt hier aber ein Hobby, welches sie länger begeistert. Sie spielen in diesem Bereich sehr intensiv. Sie gewinne das Hobby für sich und bleiben deutlich länger dabei. Manche geben es schon nach drei bis fünf Jahren wieder auf, aber die meisten bleiben lange dabei. Ihn geht es um viel Spielen um die Spiele die sie auf einmal mögen. Sie lernen zu unterscheiden was ihnen gefällt, welche Richtung die richtige für Sie ist und sie fangen vieleicht an sich einen kleinen Stock an eigenen Spielen zuzulegen.

Für diese Spieler geht es auf einmal nicht nur ums spielen, sondern um das Hobby. Sie sind die ideale Zielgruppe für neue Produkte, besonders für die anspruchsvolleren Spiele.

Die Spitze

Hier ist der Hardcore Bereich. Hier gibt es die Spieler, welche an Meisterschaften teilnehmen, die für die richtigen Events irgendwo hinfahren und für die es nichts Schlimmeres gibt als den Pöppel auf einem Produkt zu sehen, welches sie nicht anspricht.

Für die Balance der Pyramide ist es wichtig, dass die Basis viel größer ist als die Spitze. Wenn die Spitze zu groß wird, mangelt es an Nachwuchs und der Stamm der Spieler altert. Ist die Spitze zu klein, mangelt es an festen Spielern und ehe man sich versieht ist das Hobby am schrumpfen.

Diese Pyramide ist auf alle anderen Bereiche genauso anzuwenden. Im Fußball gibt es auch die Spitzenclubs der Bundesliga, das Mittelfeld der Regionalmannschaften, und die Basis der ganzen kleinen Vereine, der Spaßkicker und die Kindervereine. Ohne die kleinen Mannschaften würde kein Nachwuchs kommen und unsere Vorzeigeclubs hätten es im internationalen Vergleich echt schwer.

Aber die Pyramide kann wachsen. In allen drei Bereichen muss sie dafür aber wachsen. Dazu gehört es, dass sowohl Aktionen gefahren werden neue Spieler zu generieren, als auch bestehende im Hobby zu halten, als auch die Hardcore-Spielergruppe zu vergrößern.

Das ist natürlich nicht einfach und ich kenne da genauso wenig die Patentlösung wie alle anderen. Aber im nächsten Teil werde ich einen Ansatz vorstellen, welchen ich für hilfreich halte.

Teil 1: Nur Meisterschaften
Teil 2: Der Sinn der Turniere

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