Alea, 2010
Matthias Cramer
Loic Billiau
2-5 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/23429
Oh wie habe ich mich auf dieses Spiel gefreut. Ich habe über all die spannenden Elemente gelesen und habe diese dann mal ausprobieren müssen. Um so enttäuschter war ich dann nach einigen Partien.
Versuchen wir mal die positiven Aspekte aufzuzählen. Da wäre der Rundlaufmechanismus ist sehr schön gemacht. Hinten dran hängen und versuchen mehr zu bekommen, oder vorlaufen und sich die Kracher sichern klingt sehr gut. Auch erwähnenswert ist die überschaubar kurze Spielzeit, welche auch mit einem: “Wie? Schon vorbei?” quittiert wird. Wobei dies nach der fünften Partie nicht mehr genauso toll ist.
Ebenfalls schön ist die Form der Wertung. Ich muss nicht in allen drei Elementen (Chieftains, Whiskyfässer und Karten) gut sein. Es ist wichtig in einem Punkt besonders gut zu sein, da die Wertung einen belohnt, wenn man besonders besser ist, als der schlechteste in dem Fall. Die anderen beiden sollte man aber auch nicht vernachlässigen um den anderen Spielern nicht zu viele Punkte zu gönnen. Sonst führt es dazu, das immer einer von einem nichts hat und so jeder immer volle Punkte abkassieren kann. Was aber immer irgendwie passiert ist.
Schließlich finde ich die Lösung für weniger als vier Spieler sehr gut. Mit einem Dummyspieler in Form eines Würfels, welcher einfach andere Plättchen frisst entspricht ungefähr der Art die manche Spieler an den Tag legen, wenn sie das Spiel spielen, da es oft einfach Glück ist, wie es läuft.
Aber leider ist nicht alles Alea was mit dem Würfel glänzt. Was mich am meisten frustriert ist der Glücksfaktor. Sei es wann welche Plättchen kommen, wie manche Spieler einfach besser an Sachen kommen oder nur der Sonderplättchen mit den Karten. Gerade gegen Ende gibt es sehr schwankende Qualitäten. Eine Karte, welche alle leeren Ressourcenfelder aktiviert ist um so viel schwächer als eins, welches einfach alle Karten aktiviert.
Auch die Spielfeldgröße ist gar nicht so entscheidend. Anscheinend gibt es kaum Gründe sein Feld klein zu halten. Ein kleines Spielfeld sorgt zwar dafür, dass die anderen mehr Minuspunkte bekommen, aber man schränkt sich selber so weit ein, dass gar nicht die Möglichkeit besteht genug Punkte zu haben um trotzdem vor den anderen zu sein. Schon alleine um sich den Griff auf die besten Karten zu sichern lohnt es sich hinten zu bleiben um im Notfall lieber etwas extra abzugreifen und mehr Plättchen öfter zu aktivieren.
In solch einem Fall können auch die Fleischerei, Taverne, Krämer und Jahrmärkte öfter aktiviert werden welche die entscheidenden Siegpunkte sein können. Das Problem ist natürlich, wenn das jeder macht ist der Glücksfaktor noch mal eine Nummer größer.
Und zum Abschluss der große Frustfaktor zu sehen, das der Nachziehstapel leer ist und man selber gar nicht mehr rankommt. Je nach Spielerzahl liegen am Ende ja acht bis 10 Plättchen aus, die keiner mehr nehmen kann. Echt gefühlt ultraärgerlich.
Auf Grund der Art der Wertung bleiben also theoretisch verschiedene Siegesstrategien, aber auf Dauer sind diese nicht genug. Die Taktik überwiegt. Wenn einer wieder Geld braucht und deswegen eine Ressource verkauft, damit ein anderer die Möglichkeit erhält diese wieder zu kaufen, dann profitiert meist nur der nächste Spieler. wenn einer aus Gier auf ein bestimmtes Plättchen zu weit nach vorne springt, so dass alle anderen in Ruhe mehr einsammeln können, dann profitieren meist die anderen.
Unsere Gelegenheitsspieler hatten Spaß daran und das ist vermutlich die Zielgruppe für das Spiel. Die Hardcore Spieler bei uns sahen sich eher gelangweilt. Welche Möglichkeiten gerade aktuell ausliegen ist viel zu unwesentlich. Bei unterschiedlichem Spielniveau gewann immer der Besserspieler, bei gleichem Niveau war es einfach Glück.
Das kann witzig sein, aber bei einem Alea der Anspruchsstufe 4 erwarte ich mehr. Bei uns ist das Spiel durchgefallen und zum verstauben neben den anderen Spielen verdonnert.

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