hachen darkpact
Lancaster

Queen Games, 2011
Matthias Cramer
Claus Stephan, Martin Hoffmann
2-5 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/24118

Versteht mich nicht falsch, es ist an sich kein schlechtes Spiel, aber es ragt in meinen Augen nicht so raus, wie viele es darstellen. Ich hätte es nicht für das Kennerspiel nominiert und ich hätte es auch nicht in die Top 10 des Deutschen Spielepreises gewählt. Das Spiel ist nicht schlecht, aber mir liegt es nicht.

Dabei ist es eigentlich sehr spannend von seiner Art gemacht. Die Regeln sind einfach und übersichtlich und lassen wenig Fragen offen. Aber beim Spielen treten dann die Unzulänglichkeiten auf. Während die erste Runde noch sehr flott von der Hand geht, sind die späteren Runden schon sehr zäh und langsam. Und dabei geht das Spiel nur über fünf solcher Runden. Aber in der ersten Runde hat man nur zwei Optionen, während in der letzten es locker sieben sein können plus neueinsetzen von rausgeflogenen Rittern.

Im Ablauf wird neben der logischen Abfolge - wir streiten uns um die besten Einsatzplätze und dann werden die abgerechnet - noch etwas dazwischen geschoben: Die Abstimmung über neue Regeln und deren Auswertung. Diese Regeln in Form von Gesetzen mögen für manche das Salz in der Suppe sein, welche viel Strategie in das sonst sehr taktische Spiel bringen oder die eine Abweichung vom sonstigen Einheitsbrei liefern. Für mich ist es ein Lichtblick der scheitert.

Das schlimmste an den Gesetzesabstimmungen, ist allein der Fakt das diese sofort ausgeführt werden nach der Abstimmung. So glauben viele, dass sie noch eine Runde haben um das zu erreichen, während andere vorgeplant haben um dies nun als Punkte zu ernten. Aber hier reagiert einzig die Mehrheit. Wenn alle bis auf einen was davon haben, wird er es nicht verhindern können und gerät ins Hintertreffen. Wenn alle bis auf einen nichts davon haben, wird dieser ausgebremst und seine Vorarbeit war umsonst. Ob zu dritt oder zu fünft viel Steuerung ist da nicht möglich.

Aber auch nicht immer unbedingt nötig. Wer einmal nach vorne galoppiert ist nur schwer einzuholen. Wer in der letzten Runde nicht möglichst viele, oder gar alle Ritter hat, wird weniger Möglichkeiten haben und so auch zusehen müssen wie die wertvollen Punkte bei den anderen landen. Die Schere zwischen den guten und schlechten wird nur größer. Das mag für manche belohnend sein, aber es widerspricht allem, was ein Eurogame ausmacht.

Vor fünf Jahren wären die Mechanismen noch mit einem Staunen aufgenommen worden, heute wirkt es nur noch veraltet und zäh. Die brauchbaren Strategien begrenzen sich aber auf das Ausloten der Mehrheiten, der anderen Spieler. Mit diesen mitlaufen um an den durchgebrachten oder überlebenden Gesetzen beteiligt zu sein und dabei auch noch mehr Punkte zu machen um am Ende irgendwie besser dazustehen. Es sei denn ein neuer ist am Tisch, dann wird er abgezogen.

Für mich bleibt der Spaß auf der Strecke und ich fasse es nicht mehr gerne an. Ich gönne jedem, dem das Spiel gefällt und es ist ja handwerklich solide. Aber es ist nicht mein Fall.

Daumen Runter
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