Da gibt es also diese amerikanische Zeitschrift. Sie nennt sich Magazin der Spiele (http://www.gamesmagazine-online.com/) und die redet über Brettspiele genauso wie über Computerspiele. Aber in erster Linie redet sie über Rätsel. Weil eigentlich geht es um kreative Köpfe und Spielen fördert die Kreativität. Soweit so gut.
Nun ist es in den USA üblich immer gleich die Besten 100 von etwas zu wählen. Im Land der Superlative reichen die besten nicht und daher muss auch die B-Riege ran. Und auch da müssen Sachen gefunden werden. So wird bei wichtigen Menschen gerne mal die Top 100 aufgezählt. 100 Leute klingt doch machbar, oder? Gab es doch genug aus Politik und Show, die Schlagzeilen gemacht haben. Und was andere mit Filmen und Büchern machen können, das kann das Games Magazine mit Spielen machen.
Ich denke es wird schon deutlich, dass ich der Sache etwas skeptisch gegenüberstehe. Natürlich können bei 1000 neuen Spielen im Jahr die Top 10% gewählt werden. Aber wie haben sie das in den Jahren gemacht, als es nur rund 300 neue Spiele gab. Das obere Drittel ist ja nicht so verlockend, oder? Aber selbst in diesen Top 10% ist jede Menge Schaum dabei, wie die Krone auf dem Pils. Bei genauerer Betrachtung platzen die kleinen Blasen.
Selbst in einem Jahrgang wie dem letzten, welcher sehr stark war und deutlich mehr als nur 10 gute Spiele ausweisen konnte, hätte ich keine 100 zusammenbekommen. Vermutlich nicht mal 50. Wie groß ist die Redaktion, dass die alle Spiele gespielt hat um diese Top 100 zu bewerten?
Immerhin haben sie die Spiele in Kategorien unterteilt. Für jede Kategorie haben sie Spiele nominiert, plus einen Sieger und einen Zweitplatzierten. Und 7 Wonders ist noch nicht mal in die Top 2 der entsprechenden Kategorie gehüpft. Ich war sehr verwirrt.
Passend zum Magazin sind natürlich Kategorien wie Bestes Rätselspiel und bestes Wörterspiel dabei. Jeder nach seiner Art. Ich habe heute von einem amerikanischen Kollegen gelernt, dass Brettspiele eine Untergruppe von strategischen Spielen sind und nicht umgekehrt.
Nun ist die Webseite bezogen auf die Bekanntgabe noch etwas mau (http://www.gamesmagazine-online.com/gameslinks/gameofyear.html). Daher hat es sich die Spielbox in dieser Nachricht (http://www.spielbox.de/php/aktuell.php4?anz_id=2753) nicht nehmen lassen, auf einen Webshop zu verweisen, welcher wenigstens alle Spiele auflistet und sei gleich zum Kauf anbietet. So konnte für den Interessierten wenigstens das gesamt Angebot ersichtlich werden, an vollen 100 Spielen. Ich bezweifle, dass die Spielbox an dem Link was verdient, aber ein Hinweis, dass es Shop ist wäre nicht verkehrt gewesen.
Für mich bleibt nur hängen, dass ich in einer anderen Welt lebe als die Spieler dieses Magazins. Den Hauptpreis von einem ersten Platz an Tikal II halte ich für eine schwache Wahl. Aber selbst wenn da BuBu oder 7 Wonders gestanden hätte, für mich ist der Preis so unwichtig wie sonst keiner. Ich schätze die Arbeit der Jury Spiel des Jahres jetzt eher noch mehr.
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