hachen darkpact
It’s Leipzig, not Essen

Ich wusste worauf ich mich einlasse. Ich war nicht das erste mal in Leipzig auf der Modell-Hobby-Spiel aber erneut musste ich feststellen, dass es nicht dasselbe wie Essen ist. Das ist auf seine Art gut und auf eine andere Art halt auch schlecht. Aber die Messe ist trotzdem einen Besuch wert. Leipzig will auch gar nicht Essen sein. Das Konzept versuchen genug andere zu kopieren und scheitern damit. Aber wir brauchen nicht noch ein gescheitertes Konzept, daher ist das andere Model (welch Wortwitz).

Auf dieser Messe ist etwa 75% Nur Modellbau. Man sieht aufgebaute Eisenbahnanlagen in etlichen Größen und kann sich anschauen, wie diese im Kreis und hin und her fahren. Die ganzen Vereine und Freunde treffen sich, zeigen ihre Modellanlagen und geben Tipps. Es gibt Züge und Schienen zu kaufen die großen Firmen sind genauso vertreten wie die Kleinen und die Ausländischen, aber auch die ganzen Zubehörhändler für Gelände, Farbe, Kabel und Software sind alle vertreten.

Es gibt aber auch die Schiffsmodelbauer, die Automodelbauer, die Raketenmodellbauer, die Flugzeugmodellbauer, und selbst da wird unterschieden zwischen denen mit verschiedenen Materialien, die selbstfliegenden, die ferngesteuerten, die verschiedenen Größen. Gefüllte Hallen auch mit genug Platz zum vorführen und probieren. Es gibt sogar eine Halle für die Rennautos, welche mit Benzinmotor Krach und Gestank erzeugen, wo auf entsprechenden Parcouren die ganzen vier Tage Rennen geführt wurden. Und die Leute kommen und schauen es sich vier Tage lang an. Ganze Familien laufen durch die Hallen, inklusive dem Nachwuchs der noch nicht mal ein halbes Jahr ist.

Dann gibt es den Hobbybereich für die Bastler, Puppenmacher, Maler, Sprüher, aber auch die Philatelisten und Münzsammler oder die Bonsaibäumchenpfleger und was alles als Hobby halt möglich ist. Jeder davon hat nur  vielleicht ein paar Stände aber insgesamt macht es fast eine Halle aus. Das wirkt schon gut gefüllt

Übrig bleiben am Ende die Spieler mit gerade mal einer Halben Halle. Und hier sind nicht mehr alle Verlage vertreten. Amigo und Ravensburger und auch Norris und Haba haben sich schöne Stände geleistet. Hans im Glück und Asmode waren mit entsprechend kleineren Ständen noch zu finden. Aber das war es schon. Kein Kosmos, kein Schmidt, kein Pegasus und viele andere Verlage haben auch gefehlt.

Das wird vor allem mit den vielen Punkten zusammenhängen die gegen die Messe sprechen. Manche Neuheiten sind erst zu Essen fertig, warum also alte Spiele zeigen. Der Stand selber kostet auch Geld, wo die Verlage mal den Rotstift ansetzen. Und schließlich ist eine Messe, welche ihren Schwerpunkt außerhalb des Spiels legt, nicht unbedingt der Magnet für die Kunden die man erreichen will. Gerade für Verlage mit Nicht-Massenmarkt-Produkt-Spielen.

Das merkwürdige daran ist aber die Tatsache, dass die Messe entstanden ist aus einem Spielefest. Früher gab es im alten Leipziger Rathaus einen Tag wo man auf einer sehr großen Fläche viele, viele Spieltische stehen und die Spieler alles ausleihen konnten und einfach spielen. Es war ein Traum. Inzwischen gibt es das wieder jeden Februar an der alten Stelle. Organisiert von den Leipziger Ludotheken. Die hatten für mich vor Ort übrigens den zweitbesten Stand der ganzen Messe.

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