hachen darkpact
Pantheon

Hans im Glück, 2011
Michael Tummelhofer (Bernd Brunnhofer)
Franz Vohwinkel
2-4 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/24195

Da wird ein Spiel gelobt und von vielen gemocht. Da kommt ein Spiel in die Top 10 des Deutschen Spielepreises und eigentlich ist es ja auch gut, aber man sollte wissen worauf man sich einlässt. Vorneweg muss ich eins klar stellen, mir liegt das Spiel nicht, aber ich mag es. Als erstes ist mir die echt gute Anleitung aufgefallen. Es ist vielleicht nicht die Beste die es gibt, aber die Beste die Hans im Glück seit langem rausgebracht hat.

Ich mag vor allem die Mechanismen, welche sehr originär rüberkommen. Da gibt es die Götter, welche sich durch Karten und Plättchen errungen werden können, wobei die Karten gehen und die Plättchen bleiben. Und so wird Energie darauf verwendet die Plättchen zu steigern um später mehr Götter zu haben, ohne das die was wert wären, außer mit dem richtigen Gott. Und die Götter bringen immer mehr Punkte je später sie genommen werden, aber mehr Vorteile, je früher sie genommen werden. Das wirkt ausgewogen und bleibt die ganze Zeit spannend.

Und dann gibt es die Ausweitung auf dem Spielfeld. Nur sechs der acht Völker werden ausgespielt. Jedes bringt ein paar Beuteplättchen welche nicht unbedingt so einfach zu erreichen sind, und jeder will sowohl die Plättchen, als auch die Chance Säulen zu setzen welche nochmal ordentlich Punkten können. Jede vierte gibt einen ordentlichen Boost, die letzte alleine bringt 15 Punkte, was aber eigentlich nie zu erreichen ist.

Das alles macht Spaß und geht flott von der Hand. Das Spiel entwickelt sich schnell und wird noch schneller spannend. Auch gerade zu viert. Leider ist es manchmal auch schon zu schnell. Ein Spieler fängt die Epoche an und bis er dran kommt ist sie auch schon wieder vorbei. Da war nicht viel Handlungsspielraum für strategische Entscheidungen, welche das Spiel aber einem aufdrücken will.

Gerade beim Bewegen kann es echt ärgerlich sein, wenn man einfach nicht genug oder gar keine Schritte auf die Hand bekommen hat und die anderen schon mal alle Felder besetzen und man nur eine Karte ziehen kann und so bei sowas leer ausgeht. So wirkt eine komplette Epoche vertan, was schon 17% des Spiels sind. Und das Gefühl außen vor zu sein, weil man eine Epoche beendet hat, und daher ewig warten muss bis man wieder dran ist, wirkt frustrierend. Da nutzen auch die drei Trostpunkte nicht sehr aufheiternd.

Es gibt Leute, die lieben es wenn ein Spiel einen ausreichenden Glückfaktor hat, damit es auch für jeden die Chance gibt zu gewinnen. Aber wenn die beiden Enden Schach und Minister sind, dann neigt dieses Spiel gefühlt eher zu letzterem als zu ersterem. Und das ist mir für ein Spiel dieses Art einfach zu viel. Ich wünsche mir weniger Glück und weniger Frust. Das Spiel ist trotzdem gut und zu wissen, dass ich nicht gewinne, wegen meiner Entscheidungen, sondern wegen de Entscheidungen der Mitspieler kann einen vor bösen Überraschungen bewahren. Es hat aber halt nur einen Daumen verdient und nicht zwei.

Daumen Hoch
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