Jetzt steht es fest. Ich bin ein Ludoholic. 90% meines Tages drehen sich um Spiele und ums Spielen. Beruflich in der Spieleindustrie zu sein ist da sehr hilfreich, aber nicht zu Erkennen das Feierabend ist und zusätzlich noch weitere Spiele zu spielen kommen da nur noch on top.
Ich gehöre zu der Sorte Mensch, die sowohl ganz viele Spiele kennenlernen will, als auch die bekannten Spiele noch öfter spielen will. Von mir aus könnte ich jeden Wochentag spielen, und zwar öfter am Tag. Ich freue mich schon auf die schlechte Jahreszeit, wo es wieder so kalt ist, dass es sehr wahrscheinlich wird, auch öfter abends am Tisch zu sitzen.
Für mich könnten die Tore in Essen rund um die Uhr aufbleiben. Wozu zumachen? Ich könnte, wenn die “Normalos” die Halle verlassen mich weiter durch Neuheiten spielen bis tief in die Nacht und in den frühen Morgen. Schlafen ist für Weicheier und Buffet-Schlange-Hinten-Ansteller.
Früher hatten wir einen jährliches Spielewochenende. Früher heißt über 10 Jahre lang bis letztes Jahr, dieses Jahr ist es leider ausgefallen. Und Wochenende bedeutet, dass wir uns schon am Donnertag Abend getroffen haben und dann nur unterbrochen für ein etwas Essen und Schlafen bis Montagabend durchgespielt haben. Die entsprechenden Feiertage im Mai machten solche Vier-Tage-Marathons immer möglich. Es waren herrliche Zeiten.
Wie jeder Süchtige habe ich regelmäßig Entzugserscheinungen und muss mir meinen Stoff neu besorgen. Verlage, Autoren und auch diverse Internethändler geben mir bereitwillig neue Ware. Ich bin voll versorgt. Und ein Freund erinnerte mich an alte bekannte Worte für jeden Süchtigen. Das erste Schritt zur Heilung ist selbst zu erkennen, dass man ein Problem hat. Er freute sich wohl, dass ich begriff dass ich Ludoholic bin. Er hat Recht ich habe ein Problem, aber ein anderes. Ich habe einfach nicht genug Zeit zum Spielen.
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