hachen darkpact
Verräter

Adlung-Spiele, 1998
Marcel-André Casasola-Merkle
Marcel-André Casasola-Merkle
3-4 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/9286

Was eine Offenbarung. Verräter hat etwas getan, was sonst vorher nie so offensichtlich je einer gemacht hat. Es hat das Brettspiel in Kartenspielformat erfunden. Es gibt einige gute Kartenspiele, aber meist spiele sich diese wie Kartenspiele. Verräter ist aber ein Brettspiel. Der größte Unterschied zu Dominion, welche ich auch in diese Kategorie stecken würde, ist die Tatsache, dass es auch keine 500 Karten nur allein im Grundset benötigt um gespielt werden zu können.

Interessant ist dabei vor allem der Mechanismus mit welchem die Aktionen vergeben werden. Von sechs Aktionen wird eine verdeckt zur Seite gelegt, und reihum sucht sich jeder eine der verbliebenden aus. Das Prinzip hat der Autor später noch mal in Meuterer verwendet und Bruno Faidutti sehr erfolgreich in Ohne Furcht und Adel.

Das Prinzip sorgt dafür dass nicht jeder weiß was garantiert im Spiel ist, sondern auch jeder nur zum Teil abschätzen kann was jeder wohl genommen hat. Ein bisschen lässt sich ausrechnen, was jedem am meisten helfen würde und ein bisschen lässt sich abschätzen, was einem selber rein taktisch am meisten bringen würde. Und doch kommt es hier regelmäßig zu Verrechnungen und Verrat.

Es wird halt um Kontrolle über Länder gestritten und so mancher wechselt die Seiten um sich einen eigenen Vorteil zu verschaffen. Nach acht Runden ist Schluss und einer hat gewonnen. Das spielt sich in angenehmen 40 bis 60 Minuten und verlangt nach einer Revanche. Und auf Grund der kompakten Größe ist das auch immer gerne überall dabei.

Definitive ein Highlight, aber leider nicht das Format, was einen Pöppel gewinnen kann. Umso schöner, das die Fairplay dieses Spiel hat krönen dürfen. Es gibt sie halt auch, die richtig guten Kartenspiele. 

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