Warum machen die Leute Turniere? Die vordergründigste Antwort ist sehr einfach: Um den Besten zu ermitteln. Aber der wahre Grund ist das nicht immer.
Wer macht es?
Hier sollten wir unterscheiden zwischen Turnieren, welche Clubs, Freunde, Läden oder Verlage ausrufen. Privatpersonen können da manchmal wirklich sehr altruistisch angehen und wirklich nur cool finden den besten zu ermitteln. Manchmal um das eigene Ego zu streicheln, manchmal nur aus Neugierde oder aus Freude sowas zu machen.
Bei Läden steht meist schon die Werbung im Vordergrund. Der Laden möchte sich als Tummelplatz für Interessierte präsentieren und wer schon da ist, kann ja auch gleich ein etwas Geld da lassen und noch was kaufen. Dem ist nichts entgegenzusetzen, so sind doch auch die Vorteile handfest. Wenn sich ein regelmäßiges Treffen bildet, haben auch die Spieler was von dem Mehrwert. Schwierig wird es erst, wenn die Läden sauer sind, wenn man diese Woche mal nichts kauft. Kundenpflege will auch gelernt sein und kann zum Teil auch eine Weile ein Draufzahlgeschäft sein.
Am deutlichsten aber ist es, wenn ein Verlag ein Turnier anbietet. Hier geht es um die Bewerbung des Produktes, des Verlages oder gleich beidem. Daran ist überhaupt nichts negatives, sondern im Gegenteil. In Zeiten von Facebook und Social Media Buzz ist die Kundenpflege das Quäntchen, mit dem ein Verlag sich positiv gegenüber seinen Mitbewerbern präsentieren kann.
Was kommt raus?
Eine deutsche Meisterschaft ist natürlich in erster Linie aber erst mal eine Werbeveranstaltung. Anzeigen in Fachmagazinen schalten ist gut und wichtig, aber Spots im Fernsehen haben schon so eine Streuwirkung, das deren koste wohl als sicher streitbar gelten dürfen.
Dagegen sind die Kosten eine Meisterschaft auszurichten sehr gering. Etwas Werbung im Vorfeld, besonders im Internetzeitalter an der richtigen Stelle gestreut, ist günstig und wird durch etliche Interessierte auch an die meisten Fans des Spiels weitergetragen. Bei der Veranstaltung kommt es dann auch gar nicht darauf an wie viele da waren. Am Ende gibt es einen Sieger und der ist eine Pressemitteilung wert und mit guter Arbeit wird dies in den entsprechenden Medien weitergetragen.
Schon sind wir nicht mehr bei einfacher Werbung der Form: “Kauf mich!” Nun lautet die Nachricht: “Das ist cool, und der hier ist der Beste darin!” Auch wenn das hier sehr einfach formuliert erscheint, so ist es doch etwas Gutes, weil die eigentliche Nachricht vom reinen Konsum wegrückt, hin zu dem Mehrwert. “Das Spiel kann gespielt werden. Viele haben Spaß daran. Genug, dass wir einen Meister küren konnten. Du solltest es daher auch mal spielen.”
Und das funktioniert?
Das alles finde ich super. Die Verlage öffnen sich zum Teil damit für ihre Spieler. Die Spieler haben das Gefühl Teil des Spiels und seiner Welt zu sein und identifizieren sich mit dem Produkt. Das funktioniert nicht nur bekanntlich, sondern es ist auch günstiger als viele andere Formen der Werbung.
Aber an dieser Stelle darf man nicht aufhören. Einbindung der Community in weitere Verläufe ist wichtig. Andere Events dürfen nicht ausbleiben. So wurde für Catan so manches Einzelevent aufgestellt, bei welchem die meisten Spieler gleichzeitig oder beim größten Feld usw. dabei waren. Aber auch da darf es nicht aufhören.
Hier geht’s zum ersten Teil: http://darkpact.tumblr.com/post/947004442/turniere-und-mehr-1-nur-meisterschaften
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