hachen darkpact
Illuminati: Neue Welt-Ordnung

Steve Jackson
Dan Smith, Clifford VanMeter, Shea Ryan, John Grigni
Steve Jackson Games, 1995
2-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/5897

Wenn man über Illuminati redet muss man auch über den großen Neurelease Mitte der 90er reden. Was Magic an Hype von Sammelkartenspielen erzeugt hat, führt zu einer Unzahl von Nachahmern, welche auch einen Teil des Erfolgs nachmachen wollten. Steve Jackson Games, welche in erster Linie durch ihr Rollenspiel System GURPS bekannt waren und nur wenige andere Brettspiele machten, stiegen also auch ein und brachten ihr Illuminati auch als Sammelkartenspiel auf den Markt.

Dabei haben sie das Spiel nämlich deutlich verbessert. Das Schwarzgeld ist weggefallen, weil es eh nur vom eigentlichen Spiel ablenkte und sinnlosen Verwaltungsaufwand erzeugt. Stattdessen haben sie Aktionskarten ohne Ende in das Spiel integriert. Die Hälfte der Karten wurden Aktionskarten und da konnte eine Menge mit gemacht werden. Das Spiel wurde spannend zu nutzen und die Vielzahl der Möglichkeiten hatte sich natürlich auch mit der Vielzahl der zusätzlichen Karten ordentlich gesteigert. Dabei gibt es natürlich statt der langweiligen schwarz-weißen Karten alles in Vollfarbe. Und die Karten sind auch dicker und stabiler. Einfach eine Freude mit denen zu spielen. 

Und wer hat es bezahlt? Das ist nämlich der Clou. Peter Adkinson, seinerzeit noch Gründer, Inhaber und Hausmeister von Wizards of the Coast hat einfach die gesamten Produktionskosten vorgeschossen, und Steve Jackson Games hat es dann vom Gewinn wieder abbezahlt. Was kein Ding war, weil die erste Auflage gleich im ersten Monat ausverkauft war. Das waren noch Zeiten.

Aber der Sammelkarten-Hype ist ja schnell abgeebbt. So haben zwar noch viele Firmen noch lange an dem System festgehalten, aber sehr schnell haben viele erkannt, das da nicht so viel zu holen ist, wenn man nicht einer der großen ist. Steve Jackson Games hat nach der ersten Erweiterung die Reisleine gezogen und die zweite Erweiterung schon als Komplettset verkauft, lange bevor Fantasy Flight Games überhaupt auf den Markt kam.

Auch die deutsche Version wurde nicht einfach auf den Markt gebracht indem die Karten übersetzt wurden, sondern sie wurden auch angepasst. So wurden auf allen Karten die Polizisten von blau in grün umgefärbt und die Geldscheine von grün in blau (falls sich noch jemand an den 100 DM Schein erinnert). Aus Bill Clinton wurde Helmut Kohl, aus der Wall Street die Frankfurter Börse und aus Hawaii wurde Mallorca. Mehr als ein Drittel der Karten mussten auf eine mehr oder weniger tiefe Weise geändert werden, aber das Spiel blieb dasselbe und das mit viel Liebe (http://www.sjgames.com/inwo/rules/germanenglish.html).

Und das Spiel machte echt viel Spaß. Wer mal irgendwo über ein OMNI-präsentes Komplett-Set (OMNI ist das auf den Kopfgestellte INWO, die Initialen des Spiels). Oder auch nur einzelne Booster und Starter über den Weg läuft sollte unbeirrt zuschlagen.

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Illuminati

Steve Jackson
???
Citadel, 1998
3-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/382

Meine erste Berührung mit diesem Spiel war wie eine andere Welt. Ist das ein Brettspiel? Es gab doch gar kein Brett. Das war für mich in den 80ern echt unvorstellbar. Aber wir spielten es oft. Ideen, wie Schummelregeln und wer vom Tisch aufsteht hat Pech gehabt, waren reizvoll und etwas was jeder am Anfang seines Spielerlebens ausprobieren muss und sich später mit MogelMotte wieder gerne zurückerinnert. Aber auch die Karten waren witzig und es versprühte soviel Charme.

Dabei war das Prinzip sehr einfach. Karten aus der Mitte oder von den Mitspielern angreifen um sie unter die eigene Kontrolle zu bekommen. Dabei hatte die Karten manchmal zusätzliche Effekte und sorgten für weiteren Spielspaß. Die Spieler kontrollierten die Ananaszüchter von Alaska oder auch die Schrebergärten.

Dabei ist das Geflecht das entsteht, aufgezeigt durch die Marionette, welche auf dem Titelbild prangerte sehr einprägsam. Es geht um Macht und Kontrolle. Und wer Kontrolliert hat Macht und wer mehr Kontrolliert hat mehr macht und mehr Schutz und all diese Elemente, die dieses Spiel ausmachten und die Regeln einfach machten.

Ich glaube nicht, dass irgendeiner aus meiner Spielegruppe das Spiel heute noch genauso witzig finden würde, vor allem weil die meisten mit der Nostalgie die ich mit diesem Spiel verbinde nichts anfangen können. Echtes Schwarzgeld, wo die Zahlen nur gegens Licht erkennbar waren und Würfelaktionen um die letzte fehlende Gruppe noch anlegen zu können waren einfach göttlich. Und das Spiel war schon damals anders.

Witziger weise habe ich das Spiel damals im Buchhandel gekauft. Montanus (lange bevor es von Thalia geschluckt wurde hatte es zwischen lauter Büchern bei sich im Laden stehen, im Spielehandel hätte ich es nie bekommen. Schon vor 25 Jahren waren Spiele eigentlich im Buchhandel vertreten, auch wenn es alle drei Jahre als Revolution von den Zeitungen aufgemacht wird.

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Der As D’Or 2012 und der Zeitpunkt des Jahres

Nachdem ich mich letztes Jahr etwas über den Preis geärgert habe, bin ich über die Liste der Nominierten dieses Jahr deutlich erfreuter. Heute wurden die Nominierten 2012 bekanntgegeben.

Die offizielle Meldung findet ihr auf der Seite des Veranstalters: http://newsletter.palaisdesfestivals.com/spip.php?rubrique99

Eine List der Namen auf Deutsch findet ihr bei TricTrac: http://de.trictrac.net/news-in-frankreich-nominiert.php

Mag ich die Liste? Kenne ich die Spiele überhaupt? Der As D’Or will ja irgendwie auch alles abdecken und so wird es vermutlich wieder drei Preisträger bei diesen 12 Spielen geben. Ich finde drei nominierte Kinderspiele, eines davon wird es schon werden. Ich sehe vier Vielspielerspiele und einer davon wird schon die Sonderauszeichnung erhalten. Aber wer von den verbliebenen fünf soll den Hauptpreis bekommen? Eigentlich ist es einfach für mich, ich kenne King of Tokyo am Besten und basierend auf den Preisträgern der letzten drei Jahre passt das Spiel wunderbar in das Schema des Preises. Auf der anderen Seite hoffe ich, dass die Verlage nicht zu sehr die Meldung bekommen, nur diese Art von Spiele zu produzieren, sonst sehen bald alle Neuheiten dort gleich aus, und der Preis wird unwichtiger.

Insgesamt ist die Liste aber weder besonders Geschichtsträchtig, noch ein völliger Fehlgriff. Alle Spiele auf der Liste die ich kenne sind gut und da vertraue ich, dass es die anderen auch sind. Somit ist eine Empfehlung über die Liste neue Spiele kennenzulernen schon mal ein Erfolg zu melden. Das oft zitierte fehlende Highlight der letzten Spiel in Essen schwingt natürlich auch nach und so ist kein Spiel dabei, welches die besten Chancen hat. Umso spannender für die Nominierten und umso beliebiger für den Preisträger. Wie so oft macht die Liste mehr als es am Ende der Sieger alleine könnte. Das spricht auch für einen soliden Jahrgang.

Interessanterweise führt die Vergabe des Preises so früh im Jahr zu einem anderen Blickwinkel auf einen Jahrgang. Während in Deutschland schon lange Essen und das darauf folgende Nürnberg zu einem Jahrgang gehören, weil beim nächsten Essen gerade alle Preisträger bekannt sind, scheint die Vergabe des Preises im Februar zu einem Rückblick auf den letzten kalendarischen Jahrgang zu führen.

Natürlich sind Ausnahmen wie letztes Jahr wo ein Spiel mit seinem Erscheinen schon geehrt wurde, eher verwirrend, weil der Preis damit wieder kein Rückblick ist. Aber solch eine Aktion bleibt uns dieses Jahr ja erspart.

Die Jury in Deutschland hat ja den Kinderspielpreis sinnvollerweise vorgezogen um volle 7 Wochen im Vergleich zum Vorjahr, während die anderen beiden Preise nur um zwei Wochen nach hinten gerückt sind. Dies hat vor allem mit den nötigen Kapazitäten für das Weihnachtsgeschäft zu tun. Gerade auf Grund der Masse welche in Essen erscheint sind die Produktionsstätten für diesen Zeitraum immer voller und viele Verlage schaffen es nicht mehr rechtzeitig zu produzieren.

Wenn die Menge der Neuheiten weiterhin im selben Maß nach oben geht, könnte ich mir eine Verlagerung des deutschen Spiel des Jahres noch weiter nach vorne vorstellen, so dass am Ende auch bei uns das kalendarische Jahr herhalten wird. Aber davon sind wir noch etwas entfernt, wenn auch nur etwas.

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El Grande – König & Intrigant

Wolfgang Kramer, Richard Ulrich
Doris Matthäus
Hans im Glück, 1997
2-5 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/7982

Wolfgang Kramer ist dafür bekannt das er ungern geschlagene Wege geht sondern liebe selber neue schlägt. Das hält ihn natürlich nicht davon ab cool Spiele auf den Markt zu bringen die eigentlich doch irgendwie schon da waren, aber die große Menge seiner genialen Einfälle kann sich sehen lassen.

Auch bei der ersten El Grande Erweiterung ist dies passiert. Statt wie andere Verlage einfach nur was dazuzutun und so das Spiel um neue Elemente zu erweitern, so wie es nachher mit der zweiten Erweiterung passiert ist, ersetzt diese Erweiterung zwei wichtige Elemente des Grundspiels und bastelt diese Zusammen. Es wird also nur Material ausgetauscht.

So was ist sehr selten und bekannt nur noch mal bei Keltis passiert, einem weiteren Spiel des Jahres. Eigentlich hat Autor und Verlag sogar noch einen draufgesetzt und eine Erweiterung für die Erweiterung rausgebracht. Was unter damaligen Umständen schon fast grausam anmutete.

Die Spieler haben nun einen Satz Karten, aus welchem sie die Aktionen für das Spiel auswählen müssen und sich so auf eine Art Strategie vorbereiten können. Gerade in der Bietrunde sieht man also nicht nur den Wunsch des Mitspielers sich eine Aktion zu sichern, sondern es ist auch ablesbar, welche Aktion es tatsächlich ist.

In meinen Augen ist diese alternative Spielweise wunderbar. Das Spiel muss besser abgepasst werden und gerade die Vereinfachung, welche es vom Material her ja eigentlich schon ist, macht es um so spielbarer für die meisten Spieler. Ob es in der Form aber auch Spiel des Jahres geworden wäre, weiß ich nicht.

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Bottle

???
-
Parker, 1994
1-10 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/1236

Wie oft habe ich den Vorwurf gehört, dass es bei vielen Strategiespielen doch nur um bekannte Mechanismen geht, welche neu gemischt wurden. Interessanterweise sind die Ergebnisse aber oft trotzdem gut spielbar oder reizen auf Grund dieser Variation. Bei den Spielen die sich große Verlage für die Masse überlegen sieht es aber oft nicht besser aus. Diese sind oft nur Varianten von bekannten Spielen, welche noch nicht mal einen neuen Mechanismus haben.

Bei Bottle könnte man natürlich diskutieren, ob die Deckelung der höhe auf die gestapelt werden kann einen neuen Mechanismus darstellt, aber für mich ist das nur ein Geschicklichkeitsspiel wo es darum geht was zu Stapeln, damit es nicht umfällt. Hier sind mal wieder nicht die besser, die die strategischen Tiefen erkannt haben, sondern die, die mehr Fingerspitzengefühl haben und sehen, ob es da noch klappt, oder da.

Ich möchte nicht sagen, dass solche Varianten nicht ihre Daseinsberechtigung haben, aber wirklich hinter dem Offen kann man damit keinen Spieler rauslocken. Auch vor 18 Jahren war das nicht anders. Für mich eher laues Spielen.

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Feudalherren

Tom Wham
Tom Wham, Klemens Franz
Lookout, 2011
2-6 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/24596

Lookout hatte gut Werbung für dieses Spiel schon vor der Messe in essen aufgebaut. So gilt Tom Wham als ein bekannter der Szene, dessen letzte Veröffentlichung aber doch schon einige Jahre zurück. Sein bekanntestes Werk ist Kings & Things und wer das Spiel mag, der wird mit diesem hier sehr glücklich werden.

Nur ist der Konflikt diesmal nicht so sehr mit den Spielern untereinander, welche sich versuchen das Reich aufzuteilen, als mehr gegen die Unwegsamkeiten des Königs und anderer Räuber und Drachen an sich. Jeder Spieler baut an seinem Königreich und erhält, basierend auf einem Würfelwurf und seiner ausliegenden Plättchen Einnahmen. Der Kern des Zuges ist aber der Nachschub. Einerseits in Form von Plättchen, welche per Zufall gezogen werden und anderseits in Form von Rohstoffen, welche von diesen Plättchen kommen. Natürlich gibt es auch die Möglichkeit der Interaktivität, aber die Spieler entscheiden selber wie sehr sie dies wollen. 

Das Beste ist wohl, dass die Spielzeit verglichen mit den alten Spielen deutlich kürzer ist und die schnellen Spiele einen Widerspielreiz bei manchen auslösen. Für mich ist aber nach einigen Runden schon die Luft raus. Das Spiel bietet nicht genug Unterhaltung um es öfter zu spielen. Richtig wichtige Entscheidungen müssen oft nicht getroffen werden, sondern werden durch die Ereigniskarten oder gar den Würfelwurf oder schließlich auch die Plättchen, die mal gut kommen und mal nicht, entschieden. Es gibt immer den offensichtlich besten Zug, oder die unübersehbar sinnvollen. Es gibt Spiele das ist das ok. Aber hier werden andere Erwartungen geweckt.

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Der Herr der Ringe – Die Gefährten – Das Kartenspiel zum Film

Reiner Knizia
-
Ravensburger, 2001
2-4 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/12785

Natürlich kann man bei einer so großen Lizenz nichts auslassen und so hat sich vielleicht der eine Verlag das Spiel zum Film geholt. Doch dann holt sich halt der andere Verlag die Lizenz für das Kartenspiel zum Film. Und der Lizenzgeber reibt sich das Portemonnaie.  Durch Vorgaben und einheitliches Design können die Spiele eh nur noch durch die Schachtelgröße auseinandergehalten werden.

In diesem Fall sitzt aber ein echt guter Autor dahinter, der die Lizenz auch echt gut kennt. Leider hat Dr. Knizia trotzdem nur ein farbloses Spiel gemacht, welches auch mit fast jedem anderen Thema funktioniert hätte. Ob den Nicht-Spielern das zusagt?

Nun ist das Spiel mechanisch interessant zu lesen, aber nicht zu spielen. Es werden Orte in Form von 2 Karten ausgelegt. Dann legen die Spieler alle brav Karten drum herum und wenn es dicht ist dann wird gewertet und der nächste Ort angelegt. Wer seine Karten losgeworden ist, beendet das Spiel mit einer finalen Wertung.

Vieleicht soll es sich so anfühlen, als würden die Spieler von einem Ort zum anderen Reisen? Aber warum legen wir die Karten an? Warum wird da gewertet? Das Spiel weiß das nicht zu vermitteln, auch nicht mit den schönen Bildern direkt vom Film. Für mich eher eine Niete.

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Der Herr der Ringe – Die Gefährten – Das Spiel zum Film

Das TM-Team
-
Kosmos, 2001
3-4 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/12884

Neben all den Freakspielen, die es zu Herr der Ringe gibt und welche schon rausgekommen waren und bestimmt noch rauskommen werden, gab es vor zehn Jahren natürlich auch die Spiele welche auf der Filmlizenz aufsetzten. Es wurden prominent Bilder aus dem Film überall verwendet und auf der Schachtel steht auch Spiel zum Film.

Nun kann man sich ja genug von diesen Merchandise Produkten schenken, dass diese gar nicht erst angefasst werden dürfen, aber auf der Andren Seite gibt es auch gute Spiele zur Buchlizenz, vielleicht ist hier auch mal ein Redakteur über seinen Schatten gesprungen. Vielleicht wurde hier ja ein gutes Spiel gemacht?

Auch wenn das Ergebnis sehr Nicht-Spieler-Freundlich ist, was ja in erster Linie die Zielgruppe ausmacht, so hätte auch ein gutes Spiel dieses Kriterium erfüllen können. Aber dieses Spiel ist es nicht. Wir würfeln, wir laufen wir kämpfen und das war es. Das Glück ist prominent allgegenwärtig und das Interesse es nach der ersten Runde nochmal spielen zu wollen ist nicht wirklich vorhanden. Hier wurde leider nur an das kurzfristige Geld gedacht und nicht an den langfristigen Erfolg für das Hobby. Wer mal die Schachtel sieht, einfach müde lächeln und weitergehen.

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Machu Picchu

Günter Burkhardt
???
Piatnik, 1999
2-4 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/9589

Eigentlich ist die Idee genial, das jeder einen teil festlegt, aber am Ende nicht die volle Kontrolle hat wie es ausgeht. Es spielgelt einem Taktik vor und lässt das Glück nur zu einem geringen Maße wirken. In Wahrheit ist halt jeder reihum gleich oft von seinen Mitspielern abhängig und der Einfluss ist einfach zu gering, als dass wirklich möglich wäre es zu kontrollieren. Es wird einem vorgegaukelt.

Manche Spiele nutzen dass und machen daraus eher einen Spaß, wo es nicht schlimm ist, wie es 6 nimmt! tut, welches auch gewonnen werden kann indem ich jede Runde eine zufällige meiner Karten lege. Andere machen das mit mehr Aufwand und mehr Versprechungen wie Edison & Co., dass für mich der Inbegriff der Unkontrollierbarkeit geworden ist. Machu Picchu schlägt eher in die zweite Kerbe.

Die Spieler legen reihum eine Karte und die Höhe der Karten bestimmt über die Zurichtung der einzelnen Steine. Die höchste Karte für den größten Stein in die Richtung der Karte. Da jeder andere Steine zugelost bekommen hat die sinnvoll bewegt werden sollen, gibt es hier einen Bluff-Anteil, welcher aber eher unter ferner liefen zu betrachten ist.

Das es den Mitspielern gefällt und sie dass nochmal probieren wollen, mag was positives sein. Auch das Gefühl es nächstes mal besser zu können sei ihnen gegönnt, aber ich muss nicht dabei sein, bis ihnen ein Licht aufgeht, dass das eigene Zutun eher destruktiv für andere eingesetzt wird, als positiv für einen selber. Und dann trotzdem nicht zu wissen ob ich gewinne ist für mich Zeitverschwendung. Dann lieber ein richtiges Spiel.

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Rondo

I. Abrahami, E. Netz
-
Schmidt, 1997
2-6 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/8242

Ein Wörterspiel, das hatten wir hier schon lange nicht mehr. Dazu noch eins, welches eigentlich nur aus Karten besteht, aber als Marketing Gag und als Rechtfertigung für den Preis auch noch eine Plastikablage, welche ausziehbare Ablagefelder hat. Und damit das Spiel irgendetwas mit dem Namen zu tun hat, ist die Ablagefläche drehbar und muss nicht rübergeschoben werden. Also so ähnlich wie Pork’s Blood, ein Ballerspiel aus den frühen 90ern, welcher nur wegen dem Namen, mit einem Liter ranzigem Schweineblut ausgeliefert wurde.

Nun ist Rondo aber spielbar. Die Spieler versuchen immer wieder neue Wörter zu bilden dürfen diese um einen Buchstaben verlängern oder kürzen, dürfen schon gelegte Buchstaben verwenden, oder müssen das zum Teil auch und können jede Runde gut Punkte dabei einfahren. Es gibt sogar Blankokarten, welche als Lücke dienen um auch zwei Wörter zu bilden, aber die bringen Minuspunkte beim ausspielen, aber Pluspunkte, wenn sie am Ende noch auf der Hand sind.

Das spiel hat aber auch ein paar kleine Fehler. So ist die Spielerzahlangabe mit sechs Spielern am oberen Ende vielleicht vom Material her machbar, aber die Wartezeiten sind elendig und animieren eher dazu sich in zwei Gruppen aufzuteilen. Da ja auch im gegnerischen Zug nicht vorgeplant werden kann, da ja unbekannt ist, was am Ende noch daliegt und mindestens eine Karte ja auch da bleiben muss. Aber dieser Punkt ist mit einer Verringerung der Spielerzahl leicht zu beherrschen.

Insgesamt ist es aber ein spaßiges Wortlegespiel. Eins wo es weniger darum geht die Mitspieler zu blockieren und Optionen zu nehmen, sondern eher eigene Stärken zu zeigen. Wer solche Spiele mag, sollte mal beim nächsten Flohmarktbesuch Ausschau danach halten.

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Time Pirates

Alan R. Moon, Aaron Weissblum
Franz Vohwinkel
Piatnik, 2000
3-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/10474

Und das andere Highlight von Piatnik aus dem guten Jahrgang 2000. Und da alle wegen Elfenland einen Moon haben mussten, konnte Piatnik in keinem Fall hinten dran stehen. Leider hat der österreichische Verlag nicht gerade das spielbarste abbekommen. Und so ist Time Pirates für die damaligen Verhältnisse schneller auf den Krabbeltisch gewandert, als irgendein anderes Spiel aus dem Jahrgang.

Das größte Manko liegt hier wohl in der Anleitung, welche wohl in der englischen Version einige Feinheiten mehr hat, als die deutsche. So fragt man sich warum einem, wenn man geschnappt wird, gerade die Artefakte genommen werden, welche weiß sind. Von den Autoren waren das wohl Joker. Schade drum. Solche Kleinigkeiten hätten das Spiel spieltechnisch retten können.

Auch ist das Thema mit dem durch die Zeit Reisen und vor den Zeitpolizisten in Acht nehmen nett, aber das Feeling kommt beim spielen in etwa so rüber als würde man in Wahrheit in fliegendes Rosa Nilpferd sein und über karibische Inseln hüpfen. Vielleicht war hier eine Lizenz im Hinterkopf bei der Entwicklung und mit dieser wäre es vermutlich echt auch erfolgreich gewesen.

Insgesamt ist dieses Spiel wohl das schwächste von Moon, das ich je gesehen habe. Da aber so mancher Klassiker von ihm neu aufgelegt wurde, hat dieses Spiel vielleicht auch noch mal eine Chance. Mit korrekten Regeln und richtigem Thema. Wie wäre es mit Zügen?

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Die Weinhändler

Dominique Ehrhard
???
Piatnik, 2000
2-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/10490

Piatnik hatte seine Phase wo es wirklich versucht hat auch ganz viele interessante Spiele rauszubringen. Manche mit Erfolg, aber die meisten leider ohne diesen. Die Weinhändler ist dabei kein interessantes Thema, zumindest heute nicht mehr, aber ein interessanter Kern-Mechanismus ist haften geblieben.

Die Spieler Spielen reihum ihre Karten aus um verschiedene Aktionen auszuführen. Dabei ist die stärkste Karte der Angler. Diese erlaubt es dem Spieler nämlich zuzusehen wie die anderen agieren und erst wieder einzugreifen, wenn es sich für ihn lohnt. Wenn mehrere einen Angler spielen, ist der Spieler ohne Angler der Idiot, der das Spiel verlieren wird. Und sollte nur einer einen Angler haben, müssen am Ende alle zusehen wie er seine Hand runterspielt. Das wird dadurch versucht wettzumachen, dass wer später kommt, vielleicht kein Platz mehr findet um zu ankern und so kein Geld machen, kann, aber irgendwie war das bei uns nie so der Fall.

Dabei ist das Thema nett und die Anleitung liest sich stimmig und macht Freude. Das eigentlich spiel verläuft dann aber trocken und öde. Die Spieler müssen zu viel taktieren und das Kartenglück ist bestimmend. So richtig begeistert war keiner und schon vor 10 Jahren gab es einfach zu viele bessere Spiele.

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Quickely Dice

Wolfgang Remme
-
motiva, 2001
2-8 Familienspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/12603

Es gibt Spiele die findet man nur in Essen. Das war auch schon vor 20 Jahren so und das wird auch trotz der großen Menge an immer professionelleren Kleinstverlagen eine ganze Weile so bleiben. Die Privaten kleinen Eigenverlage sollen ja auch nicht verschwinden. Was heutzutage ergänzt wird durch den Internetversand, war vor 10 Jahren noch die Möglichkeit den Autor auf anderen Veranstaltungen zu treffen. So wie ich 2001 in Göttingen war und den Autor Walter Remme traf.

Er stellte sein Spiel Quickely Dice vor, welches in Eigenproduktion dort vorgestellt und am Besten gleich an den Mann gebracht wurde. Die Spieler haben Farbwürfel und einen dazu passenden Satz Würfelkarten. Ein Set enthielt alles für zwei Spieler und es gab genug Sets, um es locker mit bis zu 8 Spielern zu spielen, was die Spielzeit aber etwas strapaziert.

Für ein Würfelspiel ist dieses Spiel äußerst Solide. Die Spieler Versuchen beide Hälften eine Karte zu würfeln, was nicht im selben Zug passieren muss, haben dafür aber nur einen begrenzten Vorrat an Würfeln. Die eroberten Karten müssen auch noch sinnvoll vor einem ausgelegt werden, so dass Straßen gebildet werden und Tripple. Das ganze spielt sich flüssig und macht Laune. Es ist vielleicht nicht der Überflieger, aber der Spaß ist da und das Geld das wir in das Spiel investiert haben, haben wir in Spielzeit auf jeden Fall mehrmals wieder rausbekommen.

Daumen Hoch

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Das Geheimnis der Pyramiden

Gunter Baars
Chris Mitchell, Wolfgang Scheit
Ravensburger, 2000
2-4 Familienspieler mit Kindern
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/10964

Erfolgreiche Spiele werden erweitert, sei es mit direkten Erweiterungen oder auch mit Varianten. Etwas was es aber viel zu selten gibt, sind Kinderspielversionen von diesen Spielen. Siedler von Catan hat Kinder von Catan und Catan Junior aber Zug um Zug? Interessant ist es dann, wenn ein Kinderspiel erweitert wird, zum Beispiel durch eine Erwachsenen Version wie es bei dem Verrückten Labyrinth der Fall ist.

Nun hat Ravensburger für seinen zerstreuten Pharao eine weitere Variante rausgebracht. Eine Mitbringvariante. Mitbringspiele zeichnen sich durch einen kleinen Preis und eine kleine Schachtel aus. In diesem Fall ist da auch ausreichend wenig drin, weil die Zahl der Pyramidenhütchen auf 8 Stück verringert wurde. Aber das reicht natürlich locker für das Spiel. Oder besser gesagt für die drei Spiele. Ravensburger hat, wie es öfter üblich ist für Kinderspiele, mehr Regeln reingebracht. Die Idee ist wohl mehr Nutzen für das Speil zu versprechen. Was aber selten funktioniert.

Ich beschränke mich einfach mal auf die erste Version, weil die uns am meisten zugesagt hat. Die Spieler legen dabei ihre 8 Schatzplättchen in eine Reihe und versuchen die 8 verdeckten Plättchen in der Mitte, welche durch Pyramiden verdeckt sind so zu bewegen, dass immer das Plättchen in der Mitte ist, welches in der eigenen Reihe links oder rechts ist.

Das macht echt viel Spaß, gerade mit Kindern im Alter von fünf bis sieben Jahren. Als Erwachsener ist es auf jeden Fall einfacher, aber mit den entsprechenden Tricks, hat auch mein Sohn mich schon ausreichend verwirrt, durch sinnlose Bewegungen von Pyramiden. Gerade für ein Mitbringspiel, ist dies echt gut und eine klare Empfehlung.

Daumen Hoch
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Lächerlich Genial

Die Meldung des Tages stammt eindeutig aus Stuttgart von Kosmos. Es gibt ein Star Trek Catan (http://www.catan.de/catan-spiele/catan-brettspiel/star-trek.html). Guido hatte es so schön formuliert: Produkte mit einer populären Lizenz verkaufen sich besser (http://de.trictrac.net/news-die-beamer-von-catan.php). Wie viel besser sieht man an der Masse der Firmen, welche nur Spiele mit Lizenz machen. Alles andere verkauft sich nicht ausreichend in Stückzahlen, welche den Massenmarkt bedienen. Und gerade außerhalb Deutschlands ist der Hobby-Markt für Brettspiele deutlich kleiner als hier, wobei ich hier in Deutschland auch immer wieder einen Schreck bekommen, wenn ich sehe wie schlecht es im großen Fachhandel aussieht.

Die tiefen Freaks reagieren wie es zu erwarten ist. Die meisten Kommentare die ich heute gelesen habe waren: „Ist das ein Fake?“, „Das ist Mumpitz“, „Wie Monopoly“. Und das waren noch die meist positiven Aussagen.

Aber was ist denn daran so schlimm, wenn es ein Star Trek Catan gibt? Wie ausbaubar Catan ist sieht man an den vielen Szenarien die es schon gibt, sei es das Siedler von Nürnberg, das Deutschland Catan, die Werbeaktion mit dem Stern oder der Clou mit 7 Wonders. Aber auch wenn viele sich für einen Teil einer Gruppe halten, welche froh darauf ist, dass die Spiele gut sind. Sie freuen sich eher über schöne Spiele statt über den nächsten Merchandise-Dreck. Früher waren die Lizenzspiele auch zu 99% eher aussortierbare Ware, aber das hat sich längst auf unter 80% bewegt.

Und dieses Spiel ist ein weiterer Schritt diese Zahl zu verbessern. Auf der einen Seite hat Kosmos mit Spielen wie Säulen der Erde und Tore der Welt wunderbare Lizenzspiele geschaffen, welche auch mit Preisen die Spieler überzeugen konnten. Eine Lizenz auf einem Spiel zu haben ist also schon lange nichts mehr was zu einer automatischen Abwertung führen muss.

Auf der anderen Seite sind da draußen immer noch Millionen von Menschen die Spiele nicht für das Nonplusultra halten. Wenn die aber bei Toys’R’Us ein Star Trek Monopoly sehen, dann ist das schon etwas was die kaufen würden schon alleine wegen der Lizenz. Macht sich cool im Regal und wenn das dann mal gespielt wird hat es Flair. Ich denke nur an die Star Wars Spiele die ich schon bei manchen Freunden im Regal gesehen habe einfach nur weil Star Wars drauf steht. Das wird dann auch einmal gespielt. Oft nicht öfter.

Und nun kommt das Geniale. Siedler von Catan gilt als der Wendepunkt für viele Spieler. Die Zahl der Menschen, welche durch Catan zu Spielern geworden sind ist so hoch, dass es kein besseres Spiel gibt, welches ich Nichtspielern empfehlen würde. Zusammen mit der Lizenz sehe ich schon wie etliche neue Spieler da draußen in unseren Markt strömen könnten. Es wird einmal gespielt. Es geht schnell und macht Spaß und ehe man es sich versieht wird öfter gespielt. Einfache Rechnung.

Die Kombination eines der besten Einstiegsspiele zusammen mit einer soliden Lizenz, welche seit Jahren auf dem Markt ist ergibt etwas wovon wir alle nur profitieren können. Die meisten Spieler sind einfach nicht Zielgruppe. Aber die, die Zielgruppe sind, sind neues Futter für unseren Markt. Dieser Deal hat einfach nur Vorteile. Und da dürfen auch gerne noch mehr Lizenzen kommen Ein Herr der Ringe Catan oder Hobbit, wo doch der Film bald kommt, oder auch ein Schlümpfe Catan Junior. Und Carcassonne wäre dann der nächste Schritt

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