Steve Jackson
Dan Smith, Clifford VanMeter, Shea Ryan, John Grigni
Steve Jackson Games, 1995
2-6 Vielspieler
http://luding.org/Skripte/GameData.py/DEgameid/5897
Wenn man über Illuminati redet muss man auch über den großen Neurelease Mitte der 90er reden. Was Magic an Hype von Sammelkartenspielen erzeugt hat, führt zu einer Unzahl von Nachahmern, welche auch einen Teil des Erfolgs nachmachen wollten. Steve Jackson Games, welche in erster Linie durch ihr Rollenspiel System GURPS bekannt waren und nur wenige andere Brettspiele machten, stiegen also auch ein und brachten ihr Illuminati auch als Sammelkartenspiel auf den Markt.
Dabei haben sie das Spiel nämlich deutlich verbessert. Das Schwarzgeld ist weggefallen, weil es eh nur vom eigentlichen Spiel ablenkte und sinnlosen Verwaltungsaufwand erzeugt. Stattdessen haben sie Aktionskarten ohne Ende in das Spiel integriert. Die Hälfte der Karten wurden Aktionskarten und da konnte eine Menge mit gemacht werden. Das Spiel wurde spannend zu nutzen und die Vielzahl der Möglichkeiten hatte sich natürlich auch mit der Vielzahl der zusätzlichen Karten ordentlich gesteigert. Dabei gibt es natürlich statt der langweiligen schwarz-weißen Karten alles in Vollfarbe. Und die Karten sind auch dicker und stabiler. Einfach eine Freude mit denen zu spielen.
Und wer hat es bezahlt? Das ist nämlich der Clou. Peter Adkinson, seinerzeit noch Gründer, Inhaber und Hausmeister von Wizards of the Coast hat einfach die gesamten Produktionskosten vorgeschossen, und Steve Jackson Games hat es dann vom Gewinn wieder abbezahlt. Was kein Ding war, weil die erste Auflage gleich im ersten Monat ausverkauft war. Das waren noch Zeiten.
Aber der Sammelkarten-Hype ist ja schnell abgeebbt. So haben zwar noch viele Firmen noch lange an dem System festgehalten, aber sehr schnell haben viele erkannt, das da nicht so viel zu holen ist, wenn man nicht einer der großen ist. Steve Jackson Games hat nach der ersten Erweiterung die Reisleine gezogen und die zweite Erweiterung schon als Komplettset verkauft, lange bevor Fantasy Flight Games überhaupt auf den Markt kam.
Auch die deutsche Version wurde nicht einfach auf den Markt gebracht indem die Karten übersetzt wurden, sondern sie wurden auch angepasst. So wurden auf allen Karten die Polizisten von blau in grün umgefärbt und die Geldscheine von grün in blau (falls sich noch jemand an den 100 DM Schein erinnert). Aus Bill Clinton wurde Helmut Kohl, aus der Wall Street die Frankfurter Börse und aus Hawaii wurde Mallorca. Mehr als ein Drittel der Karten mussten auf eine mehr oder weniger tiefe Weise geändert werden, aber das Spiel blieb dasselbe und das mit viel Liebe (http://www.sjgames.com/inwo/rules/germanenglish.html).
Und das Spiel machte echt viel Spaß. Wer mal irgendwo über ein OMNI-präsentes Komplett-Set (OMNI ist das auf den Kopfgestellte INWO, die Initialen des Spiels). Oder auch nur einzelne Booster und Starter über den Weg läuft sollte unbeirrt zuschlagen.

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